Leider bedeutet ein osteoporotischer Knochenbruch auch ein massiv erhöhtes Risiko für weitere osteoporotische Brüche. So ist nach dem ersten Bruch das Risiko, eine (weitere) Wirbelfraktur zu erleiden 5-fach, das Risiko eines weiteren Hüftbruches sogar 6-fach erhöht.
Es kommt also – neben der bestmöglichen operativen Behandlung des Bruches selbst – darauf an, die Osteoporose so wirkungsvoll wie möglich zu behandeln, um weitere Knochenbrüche zu verhindern. Dies ist tatsächlich möglich, mit einer entsprechenden medikamentösen Therapie lässt sich das Risiko um bis zu 50 % senken – mit anderen Worten: Jedem zweiten Patienten bleibt ein weiterer Knochenbruch erspart.
Das ist im Vergleich zu anderen vorbeugenden Maßnahmen in der Medizin eine außerordentlich hohe Erfolgsrate und es lohnt sich also durchaus, aktiv zu werden und nach dem ersten osteoporotisch bedingten Knochenbruch nicht zu resignieren.
In der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen wird bei allen Patienten mit einem osteoporotisch bedingten Knochenbruch eine entsprechende Therapie eingeleitet.
Da es sich um eine längerfristige Therapie handelt, ist hierzu jedoch die Mitarbeit der Patienten, ihrer Angehörigen und vor allem auch des weiter betreuenden Hausarztes notwendig.

