Was ist Osteoporose ?
Die Krankheit Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Erkrankung des Skeletts mit einer verringerten Knochenmasse und einer zunehmend porösen Knochenstruktur.
Die Osteoporose ist eine Volkskrankheit, die bei älteren Menschen, bevorzugt bei Frauen, durch die Alterung des Knochens und vor allem durch den Wegfall der schützenden weiblichen Geschlechtshormone auftritt. Diese Hormone tragen normalerweise zu einem erheblichen Anteil sowohl am Knochenaufbau als auch am Knochenumbau bei. Ohne den Einfluss dieser Hormone verliert der Knochen mit der Zeit seine Festigkeit und Stabilität.
Die Erkrankung der Osteoporose schreitet lange Zeit ohne äußere Anzeichen fort, da sie zunächst schmerz- und symptomlos verläuft.
Durch den Knochenschwund kommt es jedoch leichter zu Knochenbrüchen, typische Bruchstellen sind die Wirbelsäule, die Hüfte oder das Handgelenk.

Schenkelhals mit Osteoporose
Man erkennt deutlich die Löcher (Poren) im Knochen, die durch den Schwund an Knochensubstanz und Verlust der sogenannten Knochenbälkchen entstanden sind. Diese Poren im Knochen (lateinisch: Os) haben der Krankheit den Namen gegeben.
Entstehung der Osteoporose
Die Osteoporose (Knochenschwund) ist eine Volkskrankheit, die bei älteren Menschen, bevorzugt bei Frauen, durch den Wegfall der schützenden weiblichen Geschlechtshormone auftritt. Diese Hormone tragen zu einem erheblichen Anteil sowohl am Knochenaufbau als auch am Knochenumbau bei. Ohne den Einfluss dieser Hormone verliert der Knochen mit der Zeit seine Festigkeit und Stabilität. Dieser Prozess wird zusätzlich beschleunigt durch verschiedene Faktoren, wie mangelnde körperliche Aktivität oder eine „knochenunfreundliche“ Ernährung (siehe Risikofaktoren).
Veränderungen der Knochenmasse im Verlauf des Lebens bei Männern (♂) und Frauen (♀). Man erkennt, dass die größte Knochenmasse mit dem Ende des Teenager-Alters erreicht wird. Dann kommt es zur langsamen Abnahme der Knochenmasse bei beiden Geschlechtern, welche zunächst bei Männern und Frauen gleich verläuft. Bei Frauen kommt es jedoch zu einer drastischen Beschleunigung des Knochenabbaus nach der Menopause (den Wechseljahren), und damit wird der Bereich schneller erreicht, in welchem eine erhöhte Fragilität (Bruchanfälligkeit) des Knochens besteht. Dies ist bei Frauen etwa ab dem 50. Lebensjahr, bei Männern etwa ab dem 70. Lebensjahr der Fall.
Vorbeugen in jungen Jahren
Neben genetischen Faktoren (die wir nicht beeinflussen können) wirken sich zahlreiche Einflüsse sowohl auf die maximale Knochenmasse als auch auf das Ausmaß und das Tempo des Knochenverlustes aus.
In allererster Linie hilft körperliche Bewegung, denn jede Belastung führt gesetzmäßig zu einer Stärkung des Knochens. Bewegung unter Belastung (Laufen, Gehen, Wandern, Tanzen, …) ist dabei günstiger als Bewegung ohne Belastung (Schwimmen, Radfahren).
Auch die Ernährung spielt eine wesentliche Rolle:
• Nehmen Sie Nahrungsmittel zu sich, die viel Kalzium enthalten! Essen Sie viele Milchprodukte und frisches Gemüse, trinken Sie viel Milch! Kalzium wird in den Knochen eingebaut und stabilisiert ihn!»
Auch Vitamin D ist für die Knochenfestigkeit wichtig. Nehmen Sie Nahrungsmittel wie Eier, Milch, Butter und Seefisch zu sich, denn diese enthalten viel Vitamin D. Vitamin D kann der Körper auch selbst durch UV- Bestrahlung bilden. Deshalb sollten Sie täglich mindestens eine halbe Stunde im Freien verbringen.
• Vermeiden Sie Nahrungsmittel mit hohem Phosphatgehalt wie Fleisch, Wurst, Schmelzkäse und Cola-Getränke, da Phosphat im Übermaß die Aufnahme des Kalziums im Darm verhindert. Den Phosphatgehalt in Nahrungsmitteln erkennen Sie an den Stoffkennzeichnungen E 338-341 und E 450.
• Trinken Sie möglichst wenig Alkohol und verzichten Sie auf das Rauchen!
Durch das Vermeiden von Knochenräubern (Alkohol, Rauchen, Cola, Trägheit) und körperliche Aktivität können wir in jungen Jahren viel für unsere Knochengesundheit im Alter leisten !!
Der osteoporotische Knochenbruch
Der osteoporotische Knochenbruch ist sehr häufig die Folge eines banalen Sturzes, der sich meist in der häuslichen Umgebung ereignet. Der Sturz ist aber nicht die eigentliche Ursache des Knochenbruchs, vielmehr ist er der Auslöser. Ein gesunder Knochen würde bei dieser Art von Stürzen nicht brechen. Bei der Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, liegt ein kranker Knochen vor. Hierbei hat der Knochen seine Festigkeit weitgehend verloren, und kann selbst geringen Belastungen nicht mehr standhalten. Ein osteoporotisch veränderter Knochen ist die Vorraussetzung für diese Art von Knochenbrüchen.
Der Bruch betrifft in ca. 80 % der Fälle den hüftnahen Oberschenkel (Schenkelhalsbruch), den Ober- bzw. Unterarm oder die Wirbelsäule, aber auch andere Knochenregionen können davon betroffen sein.
Trotz der modernen Möglichkeiten der Knochenbruchbehandlung mit rascher Operation und stabiler Osteosynthese (Verschraubung oder Nagelung des Knochens) oder belastungsfähiger Endoprothese (künstliches Gelenk) bedeutet ein osteoporotischer Knochenbruch für viele Patienten neben der Schmerz und der Notwendigkeit des Krankenhausaufenthaltes den Verlust der Selbstständigkeit und oftmals auch mitunter lebensbedrohliche Komplikationen.
Osteoporotische Fraktur – was nun ?
Leider bedeutet ein osteoporotischer Knochenbruch auch ein massiv erhöhtes Risiko für weitere osteoporotische Brüche. So ist nach dem ersten Bruch das Risiko, eine (weitere) Wirbelfraktur zu erleiden 5-fach, das Risiko eines weiteren Hüftbruches sogar 6-fach erhöht.
Es kommt also – neben der bestmöglichen operativen Behandlung des Bruches selbst – darauf an, die Osteoporose so wirkungsvoll wie möglich zu behandeln, um weitere Knochenbrüche zu verhindern. Dies ist tatsächlich möglich, mit einer entsprechenden medikamentösen Therapie lässt sich das Risiko um bis zu 50 % senken – mit anderen Worten: Jedem zweiten Patienten bleibt ein weiterer Knochenbruch erspart.
Das ist im Vergleich zu anderen vorbeugenden Maßnahmen in der Medizin eine außerordentlich hohe Erfolgsrate und es lohnt sich also durchaus, aktiv zu werden und nach dem ersten osteoporotisch bedingten Knochenbruch nicht zu resignieren.
In der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen wird bei allen Patienten mit einem osteoporotisch bedingten Knochenbruch eine entsprechende Therapie eingeleitet.
Da es sich um eine längerfristige Therapie handelt, ist hierzu jedoch die Mitarbeit der Patienten, ihrer Angehörigen und vor allem auch des weiter betreuenden Hausarztes notwendig.
Basistherapie
Unter Basistherapie versteht man die Fortführung der bereits unter Vorbeugung genannten Maßnahmen, also körperliche Aktivität, gesunde Ernährung und Vermeiden weiterer Knochenräuber (vor allem Alkohol und Nikotin).
Darüber hinaus erfolgt eine medikamentöse Basistherapie mit Calcium und Vitamin D, weil eine ausreichende Menge an Knochenbaustoff und Vitaminen notwendig ist, um die spezielle Medikamentenbehandlung überhaupt wirksam werden zu lassen.
Im Allgemeinen werden 1000 mg Calcium am Tag und 1000 IE Vitamin D empfohlen.
Weitere Diagnostik
Die Weltgesundheitsorganisation hat die Osteoporose als eine Erniedrigung des so genannten T-Wertes in einer DEXA genannten Untersuchung definiert.
In der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen wird zwar, wenn bestimmte Vorraussetzungen vorliegen, noch während des stationären Aufenthaltes mit der Therapie der Osteoporose begonnen. Dennoch ist sowohl zur Diagnosesicherung als auch als Ausgangswert zur Verlaufskontrolle eine Knochendichtemessung notwendig.
Mit einem speziellen Gerät (DEXA) wird dabei mit Hilfe von geringen Röntgenstrahlen die Dichte Ihres Knochens gemessen. Das Ergebnis wird mit der durchschnittlichen Knochendichte von gesunden, jungen Erwachsenen verglichen und entsprechend interpretiert.
Die Kosten der Knochendichtemessung werden von der Gesetzlichen Krankenkasse bei allen Patienten mit einer osteoporotischen Fraktur oder bei denen der Verdacht auf eine Osteoporose vorliegt, erstattet.
In einigen Fällen ist darüber hinaus eine weitere Labordiagnostik notwendig.
Eine so genannte quantitative Computerdiagnostik (qCT) ist nur in Ausnahmefällen angezeigt.
Untersuchung am DEXA-Gerät.
Die Untersuchung kann sehr schnell und preiswert durchgeführt werden. Die Strahlenbelastung ist so gering, dass trotz der strengen Strahlenschutzbestimmungen in Deutschland kein Strahlenschutz notwendig ist und die Untersuchung in einem normalen Untersuchungszimmer ohne Abschirmung durchgeführt werden darf.
Medikamentöse Therapie
FOLGENDE MEDIKAMENTE SIND WISSENSCHAFTLICH AM BESTEN BELEGT UND DESHALB ERSTE WAHL:
Alendronat und Risedronat gehören zur Wirkstoffgruppe der Bisphosphonate. Beide Präparate werden üblicherweise zwei bis drei Jahre, falls nötig, bis zu fünf Jahre als Tabletten (einmal wöchentlich oder täglich) eingenommen. Sie hemmen nicht nur den Knochenabbau, sondern stärken auch den noch vorhandenen Knochen.
Raloxifen gehört zu den „Selektiven Estrogen Rezeptor Modulatoren“ (SERMs), ist aber kein Östrogen oder Hormon. Es wird täglich in Form von Tabletten eingenommen, und zwar üblicherweise zwei bis drei Jahre lang, falls nötig, bis zu fünf Jahre. Raloxifen verhindert den weiteren Knochenabbau und reguliert den Knochenstoffwechsel.
Die Einnahme dieser Medikamente kann die Osteoporose wirkungsvoll behandeln und vor allem das Risiko weiterer osteoporotisch bedingter Frakturen nachgewiesenermaßen um bis zu 50 % senken.
Bei Unverträglichkeiten stehen noch weitere Medikamente zur Verfügung, für die jedoch ein entsprechender Wirkungsnachweis bislang noch aussteht.
Weitere Vorbeugemaßnahmen
Ein hoher Prozentsatz der Knochenbrüche im Alter ereignet sich durch banale Stürze in der häuslichen Umgebung. Folglich muss Stürzen vorgebeugt werden, um damit gleichzeitig das Risiko von Knochenbrüchen zu verringern.
Hierzu empfehlen wir folgende Maßnahmen:
· Beseitigen Sie Stolperfallen in Ihrer Wohnung (rutschende Teppiche, Schwellen, sonstige Gegenstände)!
· Achten Sie auf gute Beleuchtung im Bereich von Fluren und Treppen!
· Tragen Sie rutschfestes und flaches Schuhwerk.
· Ihr Augenarzt sollte in regelmäßigen Abständen ihr Sehvermögen überprüfen und ggf. ihre Brille optimieren.
· Verlassen Sie bei Glätte Ihre Wohnung nur in dringenden Fällen!
· Überprüfen Sie mit Ihrem Hausarzt u.a. Ihre Medikamente, die Ihre Aufmerksamkeit beeinträchtigen können oder zu Schwindelanfällen führen.
· Bei Gleichgewichtsstörungen können Gehhilfen (Rollator) oder andere technische Veränderungen (z.B. im Bad) Stürzen vorbeugen.
· In manchen Fällen kann ein gepolsterter Hüftschutz das Risiko eines Schenkelhalsbruches vermindern. Ihr Hausarzt informiert Sie sicher gerne darüber.
Osteoporose und Knochenbruch im Alter
Weitere Informationen
Im Internet gibt es zahlreiche seriöse Informationsquellen, wo Sie sich noch eingehender informieren können.
Folgende Links können empfohlen werden:
Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V.
Kirchfeldstr. 149
40215-Düsseldorf
Tel.: 0211/ 31 91 65
Fax.: 0211/ 33 22 02
E-Mail: info@bfo-aktuell.de
Web:http://www.bfo-aktuell.de
Netzwerk-Osteoporose e.V.
Kamp 21
33098 Paderborn
Tel. & Fax: 05251 / 28 05 86
E-Mail: buero@netzwerk-osteoporose.de
Web : http://www.netzwerk-osteoporose.de
Kuratorium Knochengesundheit e.V.
Leipziger Straße 6
74889 Sinsheim
Tel:0 90 01 / 85 45 25
Fax: 0 72 61 / 6 46 59
Web: http://www.osteoporose.org
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