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08.Sep.2010

Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie

Wir stellen uns vor

Wir sind erreichbar unter:

Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik

Abteilung für Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
Chefarzt Prof. Dr. med. Reinhold Fretschner
Schnarrenbergstr. 95
| Bild: Chefarzt Prof. Dr. med. R. Fretschner
Prof. Dr. med. R. Fretschner
Chefarzt
|
72076 Tübingen

Tel. Sekretariat: 07071-606-1021 Frau Pfau, Frau Schneck


Unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. R. Fretschner sind wir für die anästhesiologische Versorgung der Patienten zuständig. Hierzu besteht eine enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den chirurgischen Disziplinen unseres Hauses.


Unser Team:

· Chefarzt Prof. Dr. med. R. Fretschner
· 5 Oberärzte
· 16 Fachärzte
· 8 Assistenten in Weiterbildung


Zusätzlich besteht eine Assistentenrotation mit der anästhesiologischen Abteilung von Prof. Unertl der Universitätsklinik Tübingen.

Als anästhesiologische Abteilung betreuen wir die interdisziplinäre Intensivstation mit 15 Betten. Hier werden überwiegend schwerverletzte Unfallopfer betreut. Weiterhin können bis zu 4 Betten mit Schwerbrandverletzten belegt werden, deren Versorgung in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Hand-, Plastischen-, Rekonstruktiven und Verbrennungschirurgie (HPRV) stattfindet.
Desweiteren ist seit dem 01.02.06 die Abteilung für Mund-Kiefer-und Gesichtschirurgie in unserer Klinik integriert. Dieser stehen ebenfalls zwei Intensivbetten zur Verfügung.

In Kooperation mit den Psychologen unserer Klinik betreuen wir sowohl Patienten mit Akutschmerzen, als auch Patienten mit chronischen Schmerzen.

Was ist eigentlich eine Anästhesie?

Anästhesieverfahren

Die Anästhesie ermöglicht es, dass Behandlungen und Operationen schmerzfrei durchgeführt werden können. Der Begriff Anästhesie kommt aus dem Griechischen und bedeutet Empfindungslosigkeit bzw. Betäubung.

Es gibt drei Formen der Anästhesie:



Die Lokalanästhesie :


Hier wird nur ein kleiner Bezirk des Körpers empfindungslos gemacht. Dies wird meist bei kleinen Operationen vom Chirurgen selbst durchgeführt.

Die Regionalanästhesie :


Hier wird durch Betäubung von Nerven ein größerer Bereich des Körpers empfindungslos gemacht.

Die Allgemeinanästhesie:


Sie wird auch Vollnarkose genannt. Dabei wird man in einen schlafähnlichen Zustand versetzt.


Regionalanästhesie



Wir wenden folgende Verfahren an:

Spinalanästhesie / Periduralanästhesie



Mit diesen Verfahren können Operationen und Schmerztherapie an den Beinen, Becken und Unterbauch durchgeführt werden.
Bei der Spinalanästhesie wird mit einer dünnen Kanüle eine kleine Menge Lokalanästhetikum direkt in den Rückenmarkssack gespritzt und betäubt die Nerven am Abgang des Rückenmarks. Ein spezieller stumpfer Schliff der Kanülenspitze vermindert dabei die Gefahr einer Nervenschädigung.
Bei der Periduralanästhesie werden die Nerven bei ihrem Austritt aus dem Rückenmarkssack (=Periduralraum) betäubt. Meist wird dabei ein dünner Katheter gelegt, mit dem man das Lokalanästhetikum zur postoperativen Schmerztherapie langfristig verabreichen kann.

Blockaden der oberen Extremität



Diese Verfahren werden Plexusanästhesie genannt, da das Nervengeflecht (Lateinisch: Plexus) der oberen Extremität betäubt wird.

Schulter/Oberarm: Blockade im Halsbereich


Diese Methode wird bei schmerzhaften Eingriffen wie z. B. Schulterprothesen oder komplizierten Operationen am Oberarm eingesetzt.

| Bild: liegender ISK
liegender ISK
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| Bild: ISK-Anlage
ISK-Anlage
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Ellbogen/Hand: Blockade in der Achselhöhle


| Bild: Anlage einer axillären Plexusanästhesie
Anlage einer axillären Plexusanästhesie
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Diese Betäubung wird vorwiegend in der Handchirurgie eingesetzt. Sie ist aber auch in Verbindung mit einem Katheter (analog zu ISK und 3-in1-Katheter) sehr gut zur längerfristigen Schmerztherapie geeignet.

Hüfte/Oberschenkel/Knie:



3-in-1-Katheter ( = Blockade dreier Nerven mit einer Punktion)



| Bild: 3-in-1-Katheter
3-in-1-Katheter
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| Bild: 3-in1-Blockade
3-in1-Blockade
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Bei größeren Eingriffen am Kniegelenk wird häufig als Ergänzung zur Vollnarkose diese Technik angewendet. Ein kleiner Katheter, über die Punktionsstelle eingeführt, bleibt auch nach der Operation liegen. Somit kann während und nach der Operation ein effektives Schmerzmittel direkt an die Nervenbahnen gebracht werden. Dieser Katheter lässt sich nach einigen Tagen problemlos entfernen.

Blockade der Unterschenkelnerven



Auch zur Betäubung der Unterschenkelnerven gibt es ein ähnliches Verfahren mit Kathetertechnik.
Diese Methode eignet sich für ausgedehnte Eingriffe im Bereich des Unterschenkels oder zur Behandlung von Schmerzzuständen nach Unterschenkelbrüchen oder Frakturen des Fußes.

Anmerkung: Die Bilder dienen lediglich der Illustration. Bei realen Anäesthesien wird natürlich unter sterilen Kautelen gearbeitet.

Allgemeinanästhesie/Vollnarkose



Eingriffe für die ein Regionalverfahren allein nicht ausreichend ist, müssen in Vollnarkose durchgeführt werden.
Hierfür wird der Patient mittels Medikamenten in einen schlafähnlichen Zustand versetzt.
Während der Narkose wird der Patient an ein Beatmungsgerät und einen Monitor angeschlossen. So ist eine kontinuierliche Überwachung der Kreislauf- und Atemfunktionen gewährleistet. Nach Beendigung der Operation wird die Narkosemittelzufuhr unterbrochen und der Patient erwacht.

Für Interessierte wird der Ablauf einer Vollnarkose hier erläutert.

Ablauf einer Allgemeinanästhesie/Vollnarkose

Was passiert bei einer Vollnarkose?

Die Allgemeinanästhesie (= Vollnarkose) ist heute so sicher wie nie zuvor.

Durch die Entwicklung neuer, gut steuerbarer Medikamente und die sorgfältige Überwachung des Patienten mit moderner Medizintechnik, treten ernst zu nehmende Komplikationen nur noch äußerst selten auf. Auch die Verträglichkeit der Narkose konnte deutlich verbessert werden. Die Patienten erwachen wesentlich schneller, Übelkeit und Erbrechen treten seltener auf.

Die Narkose basiert auf drei Säulen:
| Bild: Die Säulen der Narkose
Die Säulen der Narkose
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Schmerzmittel
- Intravenös oder als Narkosegas verabreicht

Schlafmittel
- Intravenös und / oder als Narkosegas verabreicht

Entspannungsmittel
- Intravenös verabreicht


Die Vorbereitungen

Vor Beginn der Narkose muss ein Venenzugang zur Verabreichung der Medikamente gelegt werden. | Bild: Venöser Zugang
Venöser Zugang
|













| Bild: Basismonitoring
Basismonitoring
|
Anschließend werden die Überwachungsgeräte angeschlossen.

Der Patient wird während einer Vollnarkose mit Hilfe hochentwickelter Medizintechnik sehr sorgfältig überwacht.
Generell wird bei jeder Narkose kontrolliert:

- EKG (Registrierung der Herzschläge)
- Pulsoxymetrie (Messung des Sauerstoffgehaltes im Blut)
- Kohlendioxidgehalt der Ausatemluft (ein wichtiger Messwert für die Narkosesicherheit)
- Blutdruckmessung alle 3-5 Minuten


Bei komplizierten Eingriffen werden zusätzlich überwacht:

- Körpertemperatur
- Blutdruck (kontinuierlich durch Punktion einer Schlagader)
- Zentraler Venendruck
- Laboranalysen (Sauerstoffversorgung, Blutfarbstoff, Elektrolyte)


Jetzt wird´s ernst – die Narkose beginnt

| Bild: Sauerstoffgabe
Sauerstoffgabe
|

Wenn die Messwerte in Ordnung sind, erhält der Patient über eine Gesichtsmaske Sauerstoff.

| Bild: Das Schlafmittel wird gespritzt
Das Schlafmittel wird gespritzt
|




Über die Vene werden ein Schmerzmittel, ein Einschlafmedikament und ggf. ein Muskelerschlaffungsmittel gespritzt.

Die Anästhesie schaltet nicht nur das Schmerzempfinden aus, sondern auch die Schluck- und Hustenreflexe.
Zunge, Hals und Rachen erschlaffen und können evtl. die Atmung behindern.
Um dies zu vermeiden und um die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff zu gewährleisten, müssen während der Narkose die Atemwege mit Hilfsmitteln gesichert werden.
Gleich nach dem Einschlafen wird deshalb ein Beatmungsschlauch angelegt und der Patient an ein Beatmungsgerät angeschlossen.

Heute existieren zwei Varianten des Beatmungsschlauches:

| Bild: eingelegter Tubus in der Luftröhre am Modell
eingelegter Tubus
in der Luftröhre
|

Tubus = Beatmungsschlauch, der in Narkose in die Luftröhre eingeführt wird und damit die Atemwege schützt







| Bild: |
Larynxmaske = Beatmungsschlauch, der im Rachen vor dem Kehlkopfeingang in Position gebracht wird
Wie geht es weiter?

Während der Operation erfolgt eine lückenlose Überwachung des Patienten.

Besonders wird auf stabile Kreislaufverhältnisse geachtet (Zufuhr von Elektrolytlösungen, Plasmaersatzmitteln und ggf. Blut).
Mit den modernen Narkosemedikamenten/ Narkosegasen erlangt der Patient nach OP-Ende schnell wieder das Bewusstsein und der Beatmungsschlauch kann rasch entfernt werden.
Im Aufwachraum erfolgt noch eine Nachbeobachtung des Patienten, bis er schmerzfrei ist und die geistige Leistungsfähigkeit wiederhergestellt ist.

Sprechstunden

Abteilung für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie


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