Wie verläuft die Operation?
Die Hüftgelenkersatz-Operation wird für den Patienten völlig schmerzfrei in Teilnarkose (Rückenmarksbetäubung) oder in Vollnarkose durchgeführt. Der Narkosearzt wird im Gespräch mit dem Patienten die geeignete Methode festlegen. Die Operation dauert (je nach Schwierigkeitsgrad und Art der Prothese) zwischen 45 und 120 Minuten. Nach dem minimal-invasiven Hautschnitt wird die Muskulatur zur Seite geschoben und das Hüftgelenk freigelegt. Der Oberschenkelhals wird durchtrennt und der erkrankte, zerstörte Hüftkopf entfernt. Zur Vorbereitung für den Einsatz des künstlichen Hüftgelenks wird die kranke Hüftpfanne ausgefräst. Die künstliche Hüftpfanne wird dann verankert. Danach wird der Markraum des Oberschenkelknochens so präpariert, dass der Schaft exakt sitzt. Auf den Prothesenschaft wird der Prothesenkopf aufgesetzt. Die beiden Teile werden zu einem Gelenk zusammengefügt, d.h. der Schaft wird mit dem Kopf in die Pfanne eingepasst.
Spektrum der Klinik
Als ausgewiesene Unfallklinik behandeln wir natürlich nicht „nur Unfallopfer“, sondern auch Patienten mit Verschleißerkrankungen ohne Unfall. Aber gerade durch die Behandlung von Unfallpatienten, welche oft ungleich schwieriger ist, haben wir sehr viel Erfahrung im Umgang mit Kunstgelenken sammeln können, die allen Patienten zugute kommt. Dies betrifft insbesondere die Revisionsendoprothetik (Wechseloperationen abgenutzter Kunstgelenke) und die septische Endoprothetik (infizierte Kunstgelenke). Hier behandeln wir viele komplizierte Fälle, die uns aus anderen Kliniken zugewiesen werden. Es besteht ein ständiger Erfahrungsaustausch mit anderen großen Endoprothesenkliniken in Deutschland, sowie im europäischen Umland und in den USA.
Derzeit werden wissenschaftliche Studien zusammen mit orthopädischen Kliniken in der Schweiz, in den USA und in Kanada durchgeführt.
Wir werden auch immer wieder auf spezielle künstliche Hüft- und Kniegelenke angesprochen, wie z.B. Oberflächenersatz- oder Kurzschaft-Prothesen. Die Kurzschaft-Prothese „METHA“ setzen wir seit einiger Zeit bei geeigneten jungen Patienten mit großem Erfolg in minimal-invasiver Technik ein. Gerade bei jungen Patienten spielt die Auswahl der künstlichen Gelenkflächen eine große Rolle. Eine Metall-Metall-Gleitpaarung setzen wir aufgrund der ungeklärten Langzeitfolgen (lebenslange Belastung mit kleinsten Metallteilchen - „Ionen“ – insbesonders problematisch für Patienten mit Allergien und Nierenschwäche) derzeit nicht ein. Wir bevorzugen eine Keramik-Keramik-Gleitpaarung. Diese Kombination hat die besten Gleiteigenschaften bei geringstem Abrieb und Keramik ist nicht toxisch (giftig) für den Körper.
Letztlich gilt immer unser Leitsatz: „Solange wie möglich ohne Operation. Falls dies nicht mehr geht, wird immer zunächst versucht, das Gelenk zu erhalten“. Hierzu gehören z.B. die Knorpelzellverpflanzung oder Umstellungsosteotomie. Wenn die Implantation eines Kunstgelenkes unumgänglich ist, gilt es, gesunden Knochen zu erhalten und (falls Defekte vorhanden sind), Knochen aufzubauen. An erster Stelle steht die lange Haltbarkeit einer Prothese. Es hat keinen Sinn, eine neuartige Prothese einzusetzen, die nach 5 Jahren ausgetauscht werden muss, wenn die Möglichkeit besteht, eine Prothese einzusetzen, welche 30 Jahren hält.
Den Zeitpunkt der Operation bestimmt dabei immer der Patient und nicht das Röntgenbild. Ob überhaupt eine Prothese eingesetzt wird und welches Modell, entscheidet dann der Arzt gemeinsam mit dem Patienten. Der verantwortliche Operateur selbst gilt als Maß für die Empfehlung an seinen Patienten: „Was würde ich gegebenenfalls für mich in Anspruch nehmen wollen?“
Pressemitteilung
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Am Montag, den 30.01.2012 veranstaltet die Berufsgenossen-schaftliche Unfallklinik Tübingen (BG Klinik) von 18.30 bis 20.30 Uhr ihren 6. BG Gesundheitstag.
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