Nervenchirurgie

Gefühlsstörungen, Lähmungen, Nervenschmerzen

Die Nerven in unserem Körper leiten Gefühl über den Tastsinn und Schmerzen über spezielle Schmerzfasern Richtung Gehirn. Das Gehirn wiederum sendet über die Nerven Befehle in den Körper, beispielsweise an die Muskeln, sich zusammenzuziehen und damit Bewegung zu ermöglichen. Durch dauerhaften Druck, durch Operationen oder durch Unfälle können die Nerven geschädigt werden. Eventuell werden dann falsche Informationen weitergeleitet, beispielsweise Schmerz, auch wenn kein Schmerzreiz da ist, oder es werden keine Informationen mehr weitergeleitet, das heißt man spürt nichts mehr oder es treten Lähmungen auf.

Sollte ein Nerv nicht durchtrennt sein, sondern nur einen Druckschaden haben, so finden wir heraus, an welcher Stelle und können den Nerven aus seiner Engstelle befreien. Dies trifft bei den häufigsten Nervenoperationen am Handgelenk oder dem Ellenbogen zu, die meist durch ein Kribbeln in den Fingern auffallen. Hier kann in einer kurzen Operation das Bindegewebe, das Nerven einengt, durchtrennt werden, und es tritt rasch Besserung ein (Karpaltunnel-, Kubitaltunnel-Syndrom).

Um Erkrankungen der Nerven richtig zu behandeln, benötigt man abgesehen von entsprechender Erfahrung die richtigen Untersuchungstechniken. Einerseits ist ein ausführliches Gespräch wesentlich, um die Beschwerden genau zu erfassen, und andererseits erlauben modernste Untersuchungsmethoden durch hochauflösende Ultraschalluntersuchungen und Schichtbildaufnahmen im MRT oder Messungen von Muskelfunktion und Nervenleitfähigkeit durch Elektrodenableitung eine genaue Diagnose.

Durch die Fortschritte in der Mikrochirurgie kann ein durch einen Unfall durchtrennter Nerv wieder genäht werden, es ist sogar möglich, Nerven von einer anderen Körperstelle, wo sie verzichtbar sind, zu entnehmen und zu verpflanzen, um wichtige Funktionen wiederherzustellen, wenn Nerven so verletzt sind, dass sie nicht mehr zusammengenäht werden können. Es bleiben dann zum Beispiel taube Stellen am Unterschenkel, aber die Bewegung der Hand ist wieder möglich. Mittlerweile gibt es auch im Labor hergestelltes Nervenersatzgewebe, das aber nur eingesetzt werden kann, wenn kurze Strecken überbrückt werden müssen.

Bei komplizierten Verletzungen und Lähmungen kann es sinnvoll sein, nicht die geschädigten Nerven zu reparieren, sondern funktionierende Muskeln und Sehnen umzulagern. Dadurch kann in einfachen Operationen häufig ein großer Gewinn an Lebensqualität erreicht werden. So kann ein Fallfuß wieder angehoben werden, ein Knie wieder gestreckt oder eine hängende Hand wieder bewegt werden.

Unsere Klinik verfügt über international anerkannte Expertise in diesem Fachgebiet und arbeitet darüber hinaus mit kompetentesten Partnern an der Universitätsklinik Tübingen, wie der Klinik für Neurochirurgie, Neurologie, Neuroradiologie und Diabetologie, zusammen.

Besonders wichtig ist auch unsere Zusammenarbeit mit führenden Prothesenherstellern und namhaften Orthopädietechnikern, die geschädigte Gliedmaßen durch entsprechende Hilfsmittel in ihrer Funktion unterstützen können. Neben optimaler chirurgischer Versorgung ist die Weiter- und Nachbehandlung sowohl im Rahmen des klinischen Aufenthaltes wie auch danach durch professionelle Physio- und Ergotherapie begleitet durch regelmäßige Kontrollen des Heilerfolges durch den Chirurgen notwendig.

Patientinnen und Patienten, die sich bei uns vorstellen, haben oft einen langen Leidensweg hinter sich gebracht. In einer ausführlichen Beratung und nach genauer Untersuchung können wir Ihnen eine Behandlung vorschlagen, die genau auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Wir begleiten Sie von der Erstvorstellung bis zur Rehabilitationsmaßnahme mit einem speziell geschulten Team.

  Direktor

Univ.-Prof. Dr. Adrien Daigeler

BG Klinik Tübingen
Klinik für Hand-, Plastische, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie
Schnarrenbergstr. 95
72076 Tübingen

Sekretariat :
Claudia Hölle

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