Medizinisches Angebot

Die Rekonstruktive Chirurgie bietet Möglichkeiten der Wiederherstellung von Form und Funktion des menschlichen Körpers nach Unfällen, Tumoren oder anderen Erkrankungen wie z. B. angeborenen Fehlbildungen.

Der Verschluss eines Hautweichteildefektes wird je nach Befund und individueller persönlicher Situation des Patienten durch Verpflanzung von gesundem Gewebe aus einer anderen Körperregion erzielt.   Hierzu stehen dem Plastischen Chirurgen eine ganze Reihe von Verfahren zur Verfügung, die kurz erläutert werden sollen:

 Die Hauttransplantation

Oberflächliche Defekte können durch Transplantation von an anderer Stelle des Körpers dünn entnommener Haut (Spalthaut) oder Haut in voller Dicke (Vollhaut) verschlossen werden. Insbesondere Patienten mit grossflächigen Verbrennungswunden profitieren von dieser Technik.

 Lokale Verschiebung von Gewebe

Bei großen Weichteildefekten kann Gewebe aus einer angrenzenden Region in den Defekt verschoben werden. Dieses Verfahren wird zum Beispiel zur Behandlung von Liege- oder Sitzgeschwüren angewandt, um die Körperoberfläche wieder herzustellen.

 Lokale gestielte Lappenplastiken

Diese Technik umschreibt die Verlagerung von Muskeln oder Weichteilen die allseitig umschnitten und von der Unterlage abgehoben an einem einzelnen Gefäßstiel (Arterie und Vene) präpariert werden und somit in den Defekt eingeschwenkt werden können. Exakte anatomische Kenntnisse sind Voraussetzung und erlauben auch grossflächige Wunden mit benachbartem Gewebe wieder zu verschliessen.

 Freie Lappenplastiken

Hierunter versteht man die Verpflanzung von Gewebe von anderen Körperstellen mittels mikrochirurgischer Techniken, welche sämtlichst in der Klinik für Hand-, Plastische, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie der BG Klinik Tübingen zur Verfügung stehen. Hierbei wird wie oben beschrieben ein Gewebeanteil mit den versorgenden Gefäßen gehoben und aus diesem sog. Spendergebiet vollständig abgetrennt um dann mikrochirurgisch in 6- bis 20-facher Vergrößerung unter dem Operationsmikroskop mit speziellen Mikroinstrumenten im Empfängergebiet wieder an dortige Blutgefäße angeschlossen zu werden. 

Durch die Verwendung freier Lappenplastiken können nicht nur komplexe Weichteildefekte verschlossen werden. Sie bieten auch die Möglichkeit der Transplantation von Muskeln die im Empfängergebiet an Nerven angeschlossen werden, um eine verlorengegangene Funktion wieder herzustellen. Auch Sehnen und Knochen können von einer gesunden Körperregion in die  verletzte Region verpflanzt werden. Auf diese Weise kann der Verlust eines Beines, eines Armes oder einer Hand häufig vermieden werden.

Insbesondere nach Verlust der weiblichen Brust durch Tumoren kommen freie Lappenplastiken häufig zur Anwendung. So transplantieren wir je nach Wunsch und Konstitution der Patientin Gewebe vom Bauch (DIEP Lappen), vom Oberschenkel (TMG Lappen) oder vom Gesäss (S-GAP Lappen, I-GAP Lappen) um die Form der weiblichen Brust wieder herzustellen.

  Direktor

Univ.-Prof. Dr. Adrien Daigeler

Sekretariat:
Claudia Hölle

  07071 606-1036   07071 606-1037   choelle@bgu-tuebingen.de