Schwerbrandverletzten-Zentrum BG Klinik Tübingen

Basierend auf den in Europa zu Grunde liegenden Daten sind in der Konzentrierung der Schwerbrandverletztenbehandlung in dafür vorgesehenen Zentren 0,33 Brandverletztenzentren pro 1 Million Einwohner vorzusehen. Mit ca. 20 Zentren für Schwerbrandverletzte ist die Patientenversorgung in Deutschland im Regelfall adäquat und flächendeckend gesichert.

Die BG Klinik Tübingen ist mit 4-(5) Betten für Schwerbrandverletzte das größte Schwerbrandverletzten-Zentrum Baden-Württembergs. Es ist überregional in die Versorgung von Patienten mit thermischen und chemischen Verletzungen eingebunden. Diese thermischen oder chemischen Einwirkungen verursachen Schäden der Haut in unterschiedlicher Tiefe, welche zum teilweisen oder vollständigen Absterben der Haut führen. Der Schweregrad einer Brandverletzung bemisst sich nach Ausmaß und Tiefe der verbrannten Oberfläche.

Einteilung der Verbrennungstiefe

 Grad I

Rötung, oberflächliche Epithelschädigung ohne Zelltod

 Grad IIa

Blasenbildung, roter Untergrund, stark schmerzhaft, Schädigung der Epidermis und oberflächlicher Anteile der Dermis mit Sequestrierung

 Grad IIb

Blasenbildung, heller Untergrund, schmerzhaft, weitgehende Schädigung der Dermis unter Erhalt der Haarfolikel und Drüsenanhängsgebilde

 Grad III

Epidermisfetzen, Gewebe nach Reinigung weiß, keine Schmerzen, vollständige Zerstörung von Epidermis und Dermis

 Grad IV

Verkohlung, Lyse (bei chem. Schädigung), Zerstörung weitgehender Schichten mit Unterhautfettgewebe, eventuell Muskeln,Sehnen, Knochen und Gelenken

Begleitende Nebenerkrankungen und Verletzungen wie z.B. Inhalationstraumata, Säure- oder Laugeningestion oder Frakturen verstärken das Trauma zusätzlich. Bereits am Unfallort ist die Aufnahme einer adäquaten Erstversorgung durch den Rettungsdienst/Ersthelfer entscheidend für den Patienten. So sollte bei kleinflächigen Verbrennungen (<10% verbrannter Körperoberfläche) eine sofortige Kühlung bis maximal 10 Minuten mit Kaltwasser erfolgen (Vorsicht vor Auskühlung!).

Als entscheidender Schritt am Unfallort sollte aber bedacht werden, ab wann ein thermisch/chemisch verletzter Patient in ein Verbrennungszentrum gehört. Nach Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV) sind die im Folgenden aufgelisteten Kriterien Indikationen für die Einweisung eines Patienten in ein Verbrennungszentrum wie die BG Klinik Tübingen:

  • Alle Patienten mit Verbrennungen an Gesicht/Hals, Händen, Füßen, Ano-Genital-Region, Achselhöhlen, Bereiche über großen Gelenken oder sonstiger komplizierter Lokalisationen
  • Patienten mit mehr als 15% zweitgradig verbrannter Körperoberfläche
  • Patienten mit mehr als 10% drittgradig verbrannter Körperoberfläche
  • Patienten mit mechanischen Begleitverletzungen
  • Alle Patienten mit Inhalationstrauma
  • Patienten mit präexistenten Erkrankungen oder Alter unter 8 Jahren bzw. über 60 Jahren
  • Alle Patienten mit elektrischen Verletzungen vor allem Starkstromverbrennungen

  Direktor

Univ.-Prof. Dr. Hans-Eberhard Schaller

Sekretariat:
Claudia Hölle

  07071 606-1036   07071 606-1037   choelle@bgu-tuebingen.de

  Organisation der Verlegung

1. Anruf beim nächst gelegenen Zentrum

2. Zentrale Bettenvermittlung über die ZBB Hamburg

  040 / 428 51-3998, -3999   040 / 428 51-4269   leitstelle@feuerwehr.hamburg.de