Medizinisches Angebot

Querschnittzentrum

Im Querschnittzentrum werden Patienten mit sowohl akuter Verletzung des Rückenmarks als auch länger bestehender Querschnittlähmung behandelt. Diese Behandlung kann nur im interdisziplinären Team gelingen. Die intensive Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen wird daher in der Abteilung in besonderer Weise gelebt. Die größtmögliche Selbstständigkeit unserer Patienten ist dabei das gemeinsame Ziel.

Auswahl aus der Vielfalt der durchgeführten Therapieverfahren

 Akutbehandlung
  • Neurourologische Behandlung der Blasenlähmung
  • Multimodale Therapie der Spastik
  • Spezialisierte Pflege
  • Umfassende Physiotherapeutische Behandlung
  • Lokomotionstraining im Laufband
  • Rollstuhltraining und -sport, Stadttraining
  • Wohnungs- und Mobilitätsberatung (Übungsbad, -küche, -auto, u.v.m.)
 Behandlung bei länger bestehender Querschnittlähmung
  • Berufsgenossenschaftlich Heilverfahren
  • Behandlung von Decubitalgeschwüren
  • Implantation von Medikamentenpumpen bei Spastik
  • Funktionsverbessernde Eingriffe bei Gelenkversteifungen (PAO)
  • Behandlung von neurourologischen Komplikationen
 Behandlung von Decubitalgeschwüren

Decubitalgeschwüre sind eine schwerwiegende Komplikation der Querschnittlähmung. Die Behandlung der Wunden ist oft langwierig und kompliziert. Vor der operativen Behandlung werden alle Möglichkeiten der konservativen Wundbehandlung ausgeschöpft. Bei großen Geschwüren ist jedoch die plastische Deckung unumgänglich, um eine Remobilisierung des Patienten zu ermöglichen. In einigen Fällen sind hierfür mehrere Operationen zur Wundkonditionierung erforderlich, ehe die definitive plastische Deckung erfolgen kann. Die plastisch-chirurgischen Operationen werden gemeinsam mit den Spezialisten der Klinik für Hand-, Plastische, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie durchgeführt. Die optimale Hilfsmittelversorgung (Rollstuhlanpassung, Matratzenversorgung, etc.) ein essentieller Bestandteil der Behandlung zur Vermeidung von erneuten Druckgeschwüren.

 Multimodale Therapie der Spastik

Die Therapie der Spastik wird in den meisten Fällen in einer Kombination von Physiotherapie und medikamentöser Behandlung durchgeführt. Bei den Patienten, bei denen diese Therapie nicht ausreicht, um die Spasitk zu reduzieren, werden Pumpen zur intrathekalen Applikation der Medikamente implantiert. Hierdurch kann die Menge der Medikamente um ein vielfaches reduziert werden. Wir verwenden hochmoderne Pumpensysteme, bei denen die verabreichte Menge durch eine durch die Haut telemetrisch durchgeführte Programmierung genau an die Bedürfnisse der einzelnen Patienten angepasst werden kann.

 Behandlung der Blasenlähmung – Kooperation mit der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Tübingen (UKT)

Die im Rahmen der Querschnittlähmung auftretende Störung der Blasenfunktion muss konsequent und kompetent therapiert werden, um Spätschäden an der Niere zu vermeiden. Wir arbeiten daher eng mit der Klinik für Urologie der Universität Tübingen zusammen. Im Rahmen der regelmäßigen gemeinsamen Visiten werden die klinischen Daten und die urodynamischen Befunde ausgewertet und mit den Patienten besprochen, um ein individuell angepasstes Therapieregime zu erarbeiten.

 Implantation von Zwerchfellschrittmachern

Bei Rückenmarksschäden oberhalb des 4. Halswirbels kommt es zu einem Ausfall der Zwerchfellfunktion, so dass eine dauerhafte Notwendigkeit der Beatmung entsteht. Zur Verbesserung der Lebensqualität der dauerbeatmeten Patienten können Schrittmacher implantiert werden, bei denen die Nerven, die die Zwerchfellhälften innervieren, über in den Brustkorb eingebrachte Elektroden stimuliert werden.

  Stv. Ärztlicher Direktor / Chefarzt

PD Dr. med. Andreas Badke

Sekretariat:
Susanne Krauß

  07071 606-1046   07071 606-1048   skrauss@bgu-tuebingen.de