Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie

Höchste Kompetenz, wenn Sie uns brauchen

Die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie deckt mit hoher Expertise das breite Spektrum therapeutischer Möglichkeiten und moderner Behandlungstechniken von Verletzungen und Erkrankungen des muskuloskelettalen Systems ab. Zur Behandlung sowohl von frischen Verletzungen als auch ihren Folgezuständen stehen mehr als 225 Betten zur Verfügung. Die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie ist gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Tübingen überregionales Traumazentrum im TraumaNetzwerk Südwürttemberg.

Durch Einrichtung von Sektionen wurde der zunehmenden Spezialisierung und Verfeinerung operativer Techniken sowie der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Instrumentarien und Implantaten Rechnung getragen. Die Sektionen der Klinik befassen sich jeweils schwerpunktmäßig mit unterschiedlichen Aspekten der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie wie auch eines großen Teiles der Orthopädie:

Neun Oberärzte und 31 Assistenzärzte garantieren die optimale Beratung und Versorgung unserer Patienten. Für spezielle Fragestellungen werden Sondersprechstunden angeboten.

Die Zusammenarbeit mit anderen medizinischen Fachrichtungen ist zur höchstmöglichen Qualität der Patientenversorgung sehr wichtig. Die BG Klinik kooperiert deshalb eng mit den verschiedenen Kliniken und Institutionen der Eberhard Karls Universität Tübingen. Das gewährleistet eine effiziente Patientenversorgung auf höchstem Niveau sowie einen regen wissenschaftlichen Austausch. Die BG Klinik stellt den Lehrstuhl für Unfallchirurgie an der Universität Tübingen und widmet sich intensiv ihrem universitären Auftrag in Patientenversorgung, Lehre und Forschung. Im Lehr- und Forschungsbereich der BG Klinik werden zukunftsweisende Diagnose- und Therapieverfahren entwickelt.

 Was leistet die moderne Unfallchirurgie?

Die Kunst der Behandlung von Unfallverletzungen ist so alt wie die Menschheit selbst. Ging es dabei in früheren Zeiten vordergründig ums Überleben, so fordert man heute eine möglichst vollständige und rasche Wiederherstellung der Verletzten ohne wesentliche Komforteinbuße z.B. durch Schmerzen oder längere Bettlägerigkeit.

Dabei kommen uns einerseits rasante Fortschritte bei den Operations- und Narkoseverfahren, den Instrumenten und Implantaten, nicht zuletzt auch bei den Medikamenten zugute, andererseits haben wir es mit manchen einstigen Problemen - zum Teil in veränderter Form - immer noch zu tun. So kommt beispielsweise der früher oft tödlich verlaufende Wundstarrkrampf zumindest in Europa heute praktisch nicht mehr vor, dafür sind gegen die meisten Antibiotika unempfindliche Keime als Auslöser von Wundinfektionen entstanden. Derlei Herausforderungen werden uns auch künftig beschäftigen.

Bundesweit ist pro Jahr mit etwa 8,5 Mio. Unfallverletzten zu rechnen, davon bedürfen ca. 1,4 Mio. einer stationären Behandlung. Ca. 35.000 Menschen erleiden eine lebensbedrohliche Mehrfachverletzung, ein so genanntes Polytrauma. Diese Zahlen sind über die Jahre relativ konstant, wobei ein Rückgang der Arbeits- und Verkehrsunfälle durch eine Zunahme der häuslichen und Freizeitunfälle ausgeglichen wird. Der demographischen Entwicklung folgend verunfallen immer mehr ältere Menschen, oft durch häusliche Stürze. Diese Patientengruppe ist durch herabgesetzte Knochenfestigkeit im Rahmen der Osteoporose und durch oft zahlreiche und schwere Begleiterkrankungen belastet. Darüber hinaus gibt es saisonale und regionale Unfallhäufungen, in unserer Gegend zum Beispiel den typischen Sturz von der Leiter beim Obstpflücken im Herbst.

Qualifizierte Unfallchirurgie muss rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Sie reicht von der ambulant durchgeführten einfachen Wundversorgung in örtlicher Betäubung bis hin zur operativen Behandlung Schwerstverletzter mit anschließender Intensivtherapie. Dank eines optimierten Rettungssystems erreichen Unfallopfer die Klinik rasch und mit ausreichender Erstversorgung.

Eine Vernetzung der regionalen Kliniken soll dabei gewährleisten, dass die Versorgungskapazitäten und -möglichkeiten der Verletzungsschwere entsprechend genutzt werden ohne unnötig lange Transportzeiten.

Unsere Klinik arbeitet – zusammen mit den anderen Tübinger Universitätskliniken – dabei als überregionales Zentrum der höchsten Versorgungsstufe.

Der logistische und personelle Aufwand zur Betreuung Mehrfachverletzter von der Erstdiagnostik über die operative Versorgung bis zur Rehabilitation ist hoch und erfordert die ständige Verfügbarkeit eines eingespielten Teams.

Andererseits gewährleistet gerade die spezielle Erfahrung dieses Teams auch die professionelle Behandlung des übrigen Verletzungsspektrums, nämlich einfacher und komplexer Verletzung vom Kindes- bis zum Greisenalter mit den jeweils angepassten Verfahren, die vom althergebrachten Gipsverband bis zur computernavigierten Verschraubung des Becken- oder Wirbelsäulenbruches reichen.

Der Erkenntnis, dass Unfallopfer und ihre Angehörigen oft auch seelisch stark belastet sind, wird zunehmend Rechnung getragen. An unserer Klinik werden diese Betroffenen in einem Pilotprojekt speziell betreut und beraten.

 Computerassistierte Navigation bei der Frakturversorgung

Die computerassistierte Chirurgie wurde unter den Gesichtspunkten der verbesserten Genauigkeit orthopädisch-chirurgischer Prozeduren entwickelt und wird seit Anfang der 1990er Jahre eingesetzt.
Neben der erhöhten Genauigkeit bei der Einbringung von Implantaten, wie Platten und Schrauben, wird auch die Röntgenstrahlenbelastung des Patienten durch diese Verfahren vermindert.

Zunächst erfolgte die Anwendung der Navigation in der Traumatologie-Orthopädie im Bereich der Wirbelsäule zur Stabilisierung von Wirbelsäulenverletzungen bei der Platzierung von Schrauben, um das Risiko eines möglichen Schadens am Rückenmark oder anderen dem Wirbelkörper nahe liegenden Strukturen zu minimieren.

Danach kamen die computerassistierten Operationsverfahren in der Endoprothetik (Gelenkersatzoperationen mit Kunstgelenken) sowohl am Knie- als auch am Hüftgelenk zum Einsatz und gehören hier inzwischen zu den Standardverfahren. Die chirurgische Navigation ist eine entsprechende Weiterentwicklung dieser Technologie.

Die Bilddatenerhebung der knöchernen, nicht von außen sichtbaren Strukturen erfolgt im OP mittels speziell dafür entwickelter dreidimensionaler digitaler Röntgenbildwandlergeräte. Nach Übertragung der Daten zum Navigationsgerät ist dann im Operationssaal durch zwei spezielle Infrarotkameras, die mit dem Navigationsgerät verbunden sind, jederzeit die Lage bestimmter Instrumente (z. B. Bohrerspitze, Schraubenspitze) abrufbar und kann in Beziehung zu der zu operierenden knöchernen Struktur optisch auf einem Bildschirm dargestellt werden.

In der BG Klinik Tübingen wird die computerassistierte Navigation hauptsächlich auf dem Gebiet der Beckenchirurgie angewendet, etwa am hinteren Beckenring bei Verletzungen im Bereich der Kreuzbeindarmbeinfuge (Iliosacralfuge) und bei Hüftpfannenfrakturen (Acetabulumfrakturen) als 2D-Navigation oder 3D-Anwendung zur genauen Platzierung minimalinvasiv eingebrachter Schrauben.

  Ärztlicher Direktor

Univ.-Prof. Dr. Ulrich Stöckle

Sekretariat:
Carmen Bigarella
Gabriele Mink

  07071 606-1001   07071 606-1002   sekretariat-aed@bgu-tuebingen.de

  zertifiziertes überregionales Traumazentrum

www.dgu-traumanetzwerk.de

  Your First Medicus

www.yourFirstmedicus.de