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Kater Carlos spitze Zähne

Katzenbisse sind überraschend häufig und ihre Folgen oft schwerwiegend. Viel häufiger als bei Hundebissen kommt es zu Infektionen mit starken Entzündungen. Nach einem Katzenbiss sollte man deshalb in jedem Fall zum Arzt gehen.

“Ich bin froh, dass ich jetzt ein Jahr nach dem Biss und nach der Operation meine Hand wieder so gut bewegen kann”. Silvia Reiber streicht über ihren linken Handrücken, über die sich eine zehn Zentimeter lange Operationsnarbe zieht. Ihr Kater Carlo hatte sie dort gebissen. Die unangenehme Folge: Eine schlimme entzündliche Infektion, die nur durch eine Operation in der Handchirurgie der BG Klinik Tübingen in den Griff zu bekommen war.

„Katzenbisse im Bereich der Hände und Füße werden oft unterschätzt. Zunächst sieht es ganz harmlos aus, aber die Entzündung entwickelt sich rasant, ohne dass man es bemerkt“, warnt Dr. Ruth Schäfer, Expertin für Handchirurgie an der BG Klinik Tübingen, die bei der Behandlung von Verletzungs- und Unfallpatienten zu den renommiertesten deutschen Kliniken gehört. „Wer zu lange wartet, bis er zum Arzt geht, riskiert einen schlimmen Verlauf. Teilweise müssen dann aufgrund der fortgeschrittenen Entzündung Amputationen vorgenommen werden.“

Jedes Jahr gibt es 30.000 bis 40.000 gemeldete Katzenbisse in Deutschland. 40 bis 50 Prozent verursachen eine Infektion. „Das liegt an den spitzen Zähnen“, so Dr. Schäfer. „Katzen haben auch nicht mehr oder gefährlichere Keime im Maul als andere Tiere. Aber beim Biss gelangen sie tief unter die Haut, an der Hand teilweise bis in Sehnen und Gelenke.“ Die Wunden sind tief aber nicht groß. Deshalb kommt es zu einem raschen Wundverschluss, so dass die Keime in der Wunde bleiben und schlimme Entzündungen hervorrufen. Sie können Sehnen angreifen und zerstören. So auch bei Silvia Reiber. Ein Jahr lang hat sie mit Unterstützung der Ergotherapeuten der BG Klinik trainiert, um die Beweglichkeit ihrer Hand wieder zurückzugewinnen. In den Fingern hat sie wieder Gefühl, der Handrücken ist aber nach wie vor gefühllos und taub. Ihren Kater liebt Silvia Reiber trotz allem immer noch: „Er ist ein total netter Kerl mit einem guten Charakter, aber er wurde von seinen Vorbesitzern geschlagen und misshandelt, und deshalb ist er traumatisiert.“

„Ich freue mich, dass der Verlauf bei Frau Reiber insgesamt so positiv war“, betont Dr. Schäfer. „Mit rund 500 Fällen pro Jahr besitzen wir an der BG Klinik Tübingen viel Erfahrung in der Behandlung von Katzenbissen. Besser ist es aber, wenn man früh zum Arzt geht, um eine folgenreiche Entzündung möglichst erst gar nicht entstehen zu lassen.“

  Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Eduard Goßner

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