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„Nie auf die leichte Schulter nehmen“

Bei einem Sturz auf die Schulter gibt es Verletzungen, die nicht immer ausreichend ernst genommen werden. Wer Schmerzen ignoriert und weiterarbeitet, ohne zum Arzt zu gehen, riskiert irreparable Schäden und Schwierigkeiten bei der Anerkennung eines Berufsunfalls.

„In der BG Klinik Tübingen behandeln wir jedes Jahr zahlreiche Schulter-verletzungen, und wir haben komplexe Rehabilitationsfälle in diesem Bereich“, erklärt Dr. Bernd Hofbauer, Leiter der Abteilung für Berufsgenossenschaftliche Rehabilitation und Heilverfahrenssteuerung an der BG Klinik. „Teilweise dauert es Jahre, bis die Patienten wieder in den Beruf zurück können.“

Die Schulter ist ein sehr bewegliches und damit auch ein sehr verletzliches Gelenk, an dem es bei Arbeitsunfällen leicht zu Sehnenschäden kommen kann, die ohne sorgfältige Untersuchung zunächst unentdeckt bleiben können. Mit der Zeit verändern sich dann jedoch Sehnen, Muskeln und Knochenstellung, und es kommt früher oder später zu massiven Beschwerden. Wer dann erst zum Arzt geht, hat das Nachsehen. Operative Therapiemöglichkeiten haben längere Zeit nach der Verletzung teilweise sehr schlechte Erfolgsaussichten. Eine frühzeitige Untersuchung der Schulter durch einen erfahrenen Unfallarzt ermöglicht es, den entstandenen unfallbedingten Schaden rechtzeitig nachzuweisen und die weitere Behandlung über die Berufsgenossenschaften oder Unfallkassen einzuleiten.

Gerade bei oft unterschätzten oder nicht ganz leicht zu erkennenden Verletzungen wie an der Schulter gilt daher: „Wer einen Berufs- oder Wegeunfall erleidet, sollte in jedem Fall zeitnah einen Arzt aufsuchen und den Arbeitgeber informieren, damit rechtzeitig die nötigen Maßnahmen ergriffen werden.“ zu Videodatei 

Das rät Markus Wind von der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik Mannheim. In seinem Fachbereich Rehabilitation und Leistung hat er rund zehn Rehaberater für Südwest-Deutschland, die täglich mit Berufsverletzungen zu tun haben. Sie beraten, wo, wann und wie Behandlung und Rehabilitation am besten erfolgen sollte. „Für das Heilverfahren sind von eminenter Wichtigkeit die Erstversorgung und natürlich auch die weiteren stationären oder ambulanten Maßnahmen“, betont Markus Wind. „Mit der BG Klinik Tübingen arbeiten wir sehr gerne zusammen. Sie ist für uns eine unentbehrliche Stütze unserer Arbeit.“ zu Videodatei 

Eine typische Schulterverletzung ist der Abriss der Supraspinatussehne, eine der wichtigsten Sehnen in der Schulter. „Wir hatten eine Frau aus einem Landwirtschaftsbetrieb mit einer Supraspinatus-Ruptur“, erzählt Bernd Hofbauer. „Sie war schwer verletzt und sechs Monate nach dem Unfall immer noch arbeitsunfähig.“ In solchen Fällen sind teils komplexe Operationen mit langer postoperativer Nachbehandlung nötig. „Schulterverletzungen sollte man nie auf die leichte Schulter nehmen“, so Dr. Hofbauer.

Videoclip 1: Markus Wind
Videoclip 2: Markus Wind

  Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Eduard Goßner

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