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Tag des brandverletzten Kindes: Tübinger Kliniken informieren gemeinsam über die Gefahren von Feuerwerkskörpern

Am 7. Dezember findet bundesweit der „Tag des brandverletzten Kindes“ statt. Unter dem Motto „Verknallt an Silvester“ rückt der Verein Paulinchen e.V. in diesem Jahr besonders die Gefahren von Feuerwerkskörpern in den Mittelpunkt. Mit einem gemeinsamen Aktionsstand in der Altstadt informieren die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Tübingen (BG Klinik Tübingen) und das Universitätsklinikum Tübingen am kommenden Samstag rund um die Themen Verbrennungen und Handverletzungen bei Kindern.

„Im vergangenen Jahr haben wir über die Silvestertage elf Patienten mit Verbrennungen oder Verbrühungen behandelt. Darunter waren drei junge Erwachsene, die Verletzungen durch Feuerwerkskörper an Händen und Finger aufwiesen“, berichtet Universitätsprofessor Dr. Adrien Daigeler, Direktor der Klinik für Hand-, Plastische-, Rekonstruktive- und Verbrennungschirurgie an der BG Klinik Tübingen.
Auch in der Kinderhandchirurgie des Universitätsklinikums Tübingen wurden im gleichen Zeitraum knapp 40 Patienten mit Verbrühungen stationär versorgt.
„Eine feuerwerksbedingte Verletzung haben wir in diesem Zeitraum glücklicherweise nur einmal in unserer Abteilung behandelt“, erzählt PD Dr. med. Verena Ellerkamp, Oberärztin und Lehrbeauftragte der Abteilung für Kinderchirurgie und Kinderurologie am Universitätsklinikum Tübingen.
Zwar kommen Verbrühungen durch heiße Flüssigkeiten besonders bei Kindern häufiger vor, dennoch ist die Gefahr durch Silvesterböller nicht zu unterschätzen.
„Durch die Tiefe der thermischen Verletzungen bleiben nach Unfällen durch Feuerwerkskörper deutlich häufiger bleibende Schäden zurück“, erklärt Ellerkamp.
Zudem können Kinder erst ab dem frühen Jugendalter Risiken vollständig einschätzen und entsprechend handeln. „Wir erleben immer wieder, dass sich Kinder in Gefahr bringen, indem sie die Feuerwerkskörper selber anzünden, sich nicht aus der Gefahrenzone entfernen oder die brennenden Böller sogar in der Hand halten“, berichtet Daigeler. Eltern schützen ihre Kinder daher am Besten, indem sie diese nicht unbeaufsichtigt mit den Feuerwerkskörpern lassen. Unabhängig davon, wie vermeintlich harmlos diese auch sein mögen.
Sollte es dennoch zu Verbrennungen kommen, ist es wichtig schnell und richtig zu reagieren. „Früher hieß es, man solle die Wunden mit Eis kühlen. Davon ist man heutzutage abgerückt. Kühles Wasser ist völlig ausreichend. Danach sollten sterile Verbände angelegt werden. Zeigen sich neben einer Rötung auch großflächige Blasen, sollten Eltern ihre Kinder in eine Fachabteilung für Brandverletzte bringen“, rät Dr.med. Ulrike van der Merwe, Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie an der BG Klinik Tübingen.

Mit der gemeinsamen Aktion zum „Tag des brandverletzten Kindes“ wollen die Fachabteilungen der BG Klinik Tübingen und des Universitätsklinikums Tübingen mehr Bewusstsein für das Thema in der Bevölkerung schaffen. Dabei geht es nicht nur um die Gefahren durch Feuerwerkskörper. „Es gibt zahlreiche Gefahren für thermische Verletzungen im Kindesalter. Gemeinsam wollen wir Eltern und Kinder auf mögliche Risiken hinweisen, damit diese vermieden werden können“, so Ellerkamp über den gemeinsamen Aktionstag.
„Es ist wichtig, dass den Kindern das ernste Thema spielerisch näher gebracht wird“, erklärt van der Merwe. „Gemeinsam mit den Wundschwestern schminken wir den Kindern daher Verbrennungswunden und zeigen anschließend, wie diese fachärztlich behandelt werden können.“

Zu finden ist der Aktionsstand am kommenden Samstag von 10 bis 14 Uhr auf der „Krummen Brücke“ in Tübingen (Kreuzung Ammergasse/Kornhausstraße).

Zentrum für Schwerbrandverletzte

Das Zentrum zur Behandlung Schwerbrandverletzter in der BG Klinik Tübingen umfasst vier Intensivbehandlungsbetten sowie einen speziellen Aufnahmeraum für Brandverletzte. Die BG Klinik verfügt über Jahrzehnte lange Erfahrung in der Behandlung schwerer und schwerster Verbrennungen. Das Team aus Plastischen Chirurgen mit sechsjähriger Facharztausbildung, erfahrenen Intensivmedizinern der Abteilung für Anästhesie, Pflegekräften sowie Physio- und Ergotherapeuten betreut die schwerbrandverletzten Patienten rund um die Uhr auf höchstem medizinischen Niveau. Auf der Intensivstation der BG Klinik werden pro Jahr rund 40 bis 50 Schwerbrandverletzte behandelt.

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