Physiotherapie

Physiotherapie

Schwerpunkte der Nachbehandlung

Die Physiotherapie ist ein wesentlicher Faktor für den Behandlungserfolg nach Verletzungen oder Operationen. Die Begleit- und Nachbehandlung beginnt bereits auf der Intensivstation unmittelbar nach einem Unfall oder einer Operation.

Im Mittelpunkt der Physiotherapie steht die aktive Bewegungstherapie, um nach Verletzung oder Erkrankung die normalen Funktionen rasch wiederherzustellen, zu fördern oder zu erhalten. Dies beugt zudem weiteren Komplikationen vor.

Über 50 Therapeutinnen und Therapeuten sind derzeit in der Abteilung Physiotherapie tätig. Sie haben durchgehend eine Ausbildung in der Physiotherapie absolviert.

Unser Therapeuten arbeiten in allen medizinischen Fachrichtungen der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, der Hand-, Plastischen, Rekonstruktiven und Verbrennungschirurgie sowie der Abteilung für Querschnittgelähmte, Technische Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie. Weiter werden sie auf der Intensivstation, in der septischen Chirurgie und in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie eingesetzt.

Physiotherapie in der Berufsgenossenschaftlichen Rehabilitation

 Physiotherapie in der Berufsgenossenschaftlichen Rehabilitation

In der stationären Rehabilitation für Versicherte der Gesetzlichen Unfallversicherung  werden Patienten nach Arbeits- und Wegeunfällen therapiert.

Am Aufnahmetag findet eine eingehende physio- und ergotherapeutische Untersuchung statt, die mit den Ergebnissen der ärztlichen Untersuchung und der Arbeitsplatzbeschreibung die Basis für die Therapieplanung bildet.

Während des 3 - wöchigen Aufenthaltes erhält der Patient von Montag bis Samstag ein individuell zugeschnittenes Therapie- und Trainingsprogramm, das sich aus Physiotherapie, Gruppenbehandlungen, Bewegungsbädern, Gerätetraining, physikalischen Maßnahmen und Elektrotherapie zusammensetzt.
Ergänzend stehen abends das Gerätetraining und die Schwimmhalle zur Verfügung, um dort selbstständig trainieren zu können.

Zusammen mit den ergotherapeutischen Behandlungen und unterstützt durch die Sporttherapie wird der Rehabilitand auf die individuellen arbeitsplatzspezifische Belastungen vorbereitet.

Das Ziel der stationären Rehabilitationsverfahren ist es, den Patienten auf die Rückkehr in seinen Beruf vorzubereiten und die Teilnahme am alltäglichen Leben zu ermöglichen. 

Physiotherapie in der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie

 Physiotherapie in der Traumatologie

In diesem klinischen Bereich behandeln wir Patienten mit Knochenbrüchen der Extremitäten, des Beckens oder der Wirbelsäule sowie Patienten mit Mehrfachverletzungen (Polytrauma). Hier steht neben der Reduzierung von Schmerzen, Schwellung und der Durchführung der entsprechenden Prophylaxen eine frühfunktionelle Behandlung im Mittelpunkt. Durch unsere Therapie und eine individuelle Hilfsmittelversorgung erreichen wir eine rasche Verbesserung von Gelenkfunktion, Kraft, Koordination und Ausdauer. Unsere Patienten sollen dadurch ihre Selbständigkeit so schnell wie möglich wieder erlangen, um im Alltag und im Beruf eine rasche Wiedereingliederung zu erfahren.

Beispiele für operative Eingriffe:

  • Osteosynthesen nach Brüchen an Armen, Beinen und Becken
  • Versorgung von Patienten mit Mehrfachverletzungen (Polytrauma)
  • Rekonstruktionen bei Weichteil- und Knochenverletzungen
 Physiotherapie in der Sporttraumatologie und arthroskopische Chirurgie

In der Sporttraumatologie und arthroskopischen Chirurgie finden u.a. Eingriffe am Schultergelenk, bei Kreuzband- und Meniskusverletzungen oder Knorpelschäden statt. Die physiotherapeutische Behandlung wird speziell auf die Bedürfnisse des Patienten ausgerichtet. Neben einer raschen Mobilisation beginnt die Therapie in der Frührehabilitationsphase ab dem ersten Tag nach der Operation. Unsere Patienten erhalten zudem eine Anleitung zum Eigentraining und bei vielen Kniegelenkseingriffen eine Einweisung für ein Trainingsgerät, mit dem die Patienten zu Hause trainieren können. In enger Zusammenarbeit mit den Operateuren und Orthopädiefachgeschäften werden auch komplexere Hilfsmittel bestellt und angepasst. Darüber hinaus stehen wir unseren Patienten für Fragen bezüglich einer ambulanten Weiterbehandlung gerne zur Verfügung.

Beispiele für operative Eingriffe nach:

  • Kniebandverletzungen
  • Meniskusverletzungen
  • Knorpelschäden (rekonstruktive Eingriffe)
  • Schulterverletzungen
 Physiotherapie in der Endoprothetik

Patienten, die ein künstliches Knie- oder Hüftgelenk erhalten haben, lernen während ihres stationären Aufenthaltes, Bewegungsübergänge schonend und sicher durchzuführen. Zusätzlich werden sie angeleitet, leichte Übungen, die dem Gelenk zu einer frühen Funktionalität verhelfen, auch selbständig auszuführen. Sobald die Patienten mit unserer Hilfe sicher an Unterarmgehstützen gehen können, finden Therapie und Gangschulung in unseren modernen und gut ausgestatteten Therapieräumen statt.

Auch das Treppensteigen mit dem künstlichen Gelenk wird vermittelt. Eine Messung der Beinlänge gehört ebenfalls zur Behandlung. Bei Längendifferenzen nehmen wir einen entsprechenden Höhenausgleich durch Einlagen oder Schuherhöhungen vor.

Außerdem besprechen wir mit den Patienten, was sie vor allem in der ersten Zeit im alltäglichen Umgang mit dem künstlichen Gelenk beachten müssen. Die Hilfsmittelversorgung wird durch ein Orthopädiefachgeschäft in der Klinik übernommen.

Vor der Implantation eines künstlichen Gelenks bieten Physiotherapeuten und Ärzte der BG Klinik monatlich die Teilnahme an einer Informationsveranstaltung an, bei der alle Fragen zum bevorstehenden Eingriff geklärt werden können.

Physiotherapie in der Klinik für Hand-, Plastische-, Rekonstruktive- und Verbrennungs Chirurgie sowie Intensivstation

 Physiotherapie in der Klinik für Hand-, Plastische, Rekonstruktiven und Verbrennungschirurgie

In der Klinik für Hand-, plastische, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie ergeben sich vier physiotherapeutische Tätigkeitsbereiche:

In der Handchirurgie werden zum einen Patienten mit akuten Verletzungen wie Band- und Sehnendurchtrennungen, Brüchen und Amputationen nachbehandelt. Zum anderen finden Rehabilitationsmaßnahmen für Patienten nach Arbeitsunfällen mit dem Ziel der schnellstmöglichen Wiedereingliederung in Beruf und Alltag statt. Der Schwerpunkt der plastischen und rekonstruktiven Chirurgie besteht in der Behandlung von Patienten mit schweren Weichteilverletzungen im Bereich der Arme und Beine. Zur Deckung der geschädigten Areale wird körpereigenes Gewebe auf diese Bereiche verpflanzt.

Patienten mit ausgedehnten Verbrennungen werden auf Beweglichkeit, Kondition, Koordination, Gleichgewicht und Kraft trainiert. Physikalische Maßnahmen wie Narbenmassagen und das Anlegen von Kompressionsbandagen dienen der Vermeidung von Narbenzügen.

Die Physiotherapie erfolgt in allen Bereichen mit einer befundabhängigen Behandlung und überwiegend auf Basis standardisierter  Nachbehandlungsprogramme.

 Physiotherapie in der Intensivmedizin

Auf der Intensivstation der BG Klinik werden Patienten aus allen Fachbereichen des Hauses behandelt. Die Physiotherapie konzentriert sich in der hochakuten Therapiephase auf die Funktionen der Atmung, des Herz- Kreislaufsystems und des Bewegungsapparates.

In der Atemtherapie werden die unterschiedlichen Beatmungsformen der intensivmedizinischen Betreuung unterstützt. Therapie findet an komplett beatmeten sowie spontan atmenden Patienten statt. Ziel ist es, die Lungen bestmöglich zu belüften, um Sekretbildung zu verhindern und eine erhöhte Gefahr der Keimbesiedelung zu vermeiden.

Die Mobilität des Brustkorbes, besonders der Rippen, wird ebenso behandelt wie die Atemmuskulatur.
Am Bewegungsapparat werden alle Gelenke mit aktuellen Methoden behandelt, um eine  Einschränkung der Gelenkfunktion zu verhindern. Insbesondere bei komatösen Patienten oder Verbrennungspatienten stellt dies an die Therapie hohe Anforderungen, da keine aktive Mithilfe des Patienten möglich ist.

Oberstes Ziel ist neben einer guten Funktion des Atmungs- und Kreislaufsystems das rasche Wiedererlangen der vollen Mobilität der Patienten.

Rehabilitation bei Querschnittlähmungen

 Rehabilitation bei Querschnittlähmungen

Eine Verletzung oder Erkrankung des Rückenmarkes bedeutet für jeden Patienten einen dramatischen Einschnitt, der alle Lebensbereiche beeinflusst.

Unabhängig davon, ob die Querschnittlähmung frisch erworben wurde, oder ob bei bereits länger bestehenden Lähmung eine Wiederaufnahme notwendig geworden ist, begleitet und unterstützt unser erfahrenes Physiotherapeutenteam den Patienten während des gesamten Klinikaufenthaltes.

Am Aufnahmetag wird ein befundorientierter, individueller physiotherapeutischer Behandlungsplan mit dem langfristigen Ziel erarbeitet, für den Patienten die größtmögliche Selbstständigkeit (wieder) zu erreichen. In enger Absprache mit dem interdisziplinären Team aus Ärzten, Pflegekräften, Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen und Sozialdienst wird der Behandlungsplan ständig den aktuellen Möglichkeiten des Patienten angepasst.

Grundsätzlich werden die Patienten mit neurophysiologischen Techniken behandelt um einerseits das Regenerationspotential des Rückenmarks zu fördern und andererseits die Kraft, Koordination und Ausdauer der vorhandenen Muskulatur zu optimieren. Ein breites Spektrum an weiteren Behandlungstechniken, wie auch medizinisches Aufbautraining an modernen Geräten kommt befundabhängig zum Einsatz.

Bei entsprechender Indikation findet Lokomotionstraining auf dem Laufband, robotergestütztes Gehtraining im Exoskelett, sowie Gangschulung im Gehbarren statt.

Für das Erlernen der Rollstuhlhandhabung werden Rollstuhlsport, Hindernistraining und Stadttraining angeboten. Außerdem sind wir für die Versorgung mit Hilfsmitteln wie dem mechanischen Rollstuhl, speziellen Sitzkissen und Gehschienen zuständig.

In unserer Ambulanz bieten wir, bei ärztlicher Verordnung, physiotherapeutische Einzeltherapie, auch im Bewegungsbad, Gehtraining mit Exoskelett, Rollstuhlsport sowie Hindernistraining an. Außerdem besteht die Möglichkeit zur ambulanten Rollstuhlberatung und elektronischer Sitz-Druck-Messung.

  Teamleitung

Waltraud Kösel und Uwe Richter

Berufsgenossenschaftliche Rehabilitation

  07071 606-3212 wkoesel@bgu-tuebingen.de urichter@bgu-tuebingen.de

  Teamleitung

Ralf Holloch

Unfall- und Wiederherstellungschirurgie

  07071 606-3241 rholloch@bgu-tuebingen.de

  Teamleitung

Nicoletta Bäder

Klinik für Hand-, Plastische, Rekonstruktive und Verbrennungschirurgie, Intensivstation

  07071 606-3238 nbaeder@bgu-tuebingen.de

  Teamleitung

Margit Schreiner und Annette Werz

Rehabilitation bei Querschnittlähmungen

  07071 606-3237 mschreiner@bgu-tuebingen.de awerz@bgu-tuebingen.de